Der Förderverein Wollingster See e.V. hat im Dezember 2016 eine Broschüre über den See herausgegeben.

Titelbild des neuen Flyers (©Förderverein Wollingster See e.V.)

Das Brachsenkraut wuchs früher im Wollingster See. Seit den 1990er Jahren sind die Vorkommen stark zurückgegangen und ab 2004 sind die bärlappverwandten Sporenpflanzen dort verschollen. Im Silbersee, keine sechs Kilometer entfernt, wächst das Brachsenkraut weiterhin auf einer über 50  Quadratmeter großen Fläche. Es ist der letzte Fundort in NIedersachsen. Die Art ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Beide Seen haben ähnliche Entstehungsgeschichten und hatten eine nahezu identische Wasserchemie, typisch für nährstoffarme „Heideseen". Der Silbersee ist allerdings heute stärker eutrophiert und stärker verlandet als der Wollingster See. Die Lobelie hingegen wächst am Wollingster See nach Hilfsmaßnahmen wieder sehr gut; im Silbersee ist sie seit Jahrzehnten verschollen. Der Landkreis als Untere Naturschutzbehörde hat nun die Genehmigung für Wiederansiedlungsversuche erteilt. Am letzten Augusttag 2015 waren Mitglieder des Fördervereins Wollingster See und des BUND Unterweser zusammen mit Herrn Prof. Buchwald von der Universität Oldenburg an beiden Seen und haben die Arbeiten tatkräftig begleitet. Einfache Schutzkäfige aus Draht wurden gebaut, die Pflanzen unter wissenschaftlicher Aufsicht eingebracht und die Drahtkäfige anschließend verschlossen. Kleine Schilder weisen auf den Versuch hin, falls trotz Betretungsverbotes Besucher auf die Käfige am unerschlossenen Rand der Seen stoßen.

Die Käfige werden regelmäßig kontrolliert, und die Entwicklung wird dokumentiert. Der Wiederansiedlungsversuch muss nun also einige Jahre begleitet werden. Bei  Gelingen sollen die Käfige später entfernt werden. Wir danken Herrn Prof. R. Buchwald für die Unterstützung.

Prof. Buchwald und Dr. Rachor (v.links) präsentieren das Brachsenkraut (©E.Rachor)
Prof. Buchwald und Dr. Rachor (v.links) präsentieren das Brachsenkraut (©E.Rachor)
Fam. Urban, Dr. Rachor, Herr Junge und Prof. Buchwald (v. links) bringen die Pflanzen in die Schutzkäfige (©E.Rachor)
Fam. Urban, Dr. Rachor, Herr Junge und Prof. Buchwald (v. links) bringen die Pflanzen in die Schutzkäfige (©E.Rachor)

Am Wollingster See und seiner direkten Umgebung besitzen wir drei Grundstücke

Lebensraum naturnahe Wiese

Der durch seltene Pflanzen wie die Lobelie und seltene Tiere ausgezeichnete Wollingster See ist durch Nährstoffeinträge gefährdet. Um den Einfluss intensiver Land- Bewirtschaftung auf den „Heidesee" zu vermindern, wurde 1997 dieses kleine Wiesenstück vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erworben und seither mit Unterstützung durch den „Förderverein Wollingster See" naturschutzgerecht gepflegt. Die Wiese wird nicht mehr gedüngt, spät gemäht und mit Schnucken nachbeweidet. Inzwischen hat sich eine für unsere Geest typische Pflanzenvielfalt entwickelt, die von der Eintönigkeit der intensiv genutzten Flächen in der Nachbarschaft stark absticht.

Wasser-Lobelien (©E.Rachor)
Wasser-Lobelien (©E.Rachor)
Kuckuckslichtnelken (©E.Rachor)
Kuckuckslichtnelken (©E.Rachor)

Moor- und Wiesengrundstück

Die Moorlandschaft entstand im Laufe von Jahrtausenden. Es wuchsen Moose, Heide, Gräser und Farne. Seit etwa 300 Jahren ist das Moor durch Nutzung stark verändert. Zunächst wurden Gräben zur Entwässerung gezogen. Im Sommer wurde Torf abgebaut und getrocknet als Brennmaterial genutzt. Teile der Moorfläche wurden später in eine Wiese umgewandelt. Für die heute übliche intensive Landwirtschaft sind solche naturnahen Flächen nicht geeignet.

Der BUND Unterweser versucht, die Artenvielfalt seiner Grundstücke zu erhalten. Die Wiese wird deshalb extensiv mit Schafen beweidet. Das Moor mit dem Birkenbestand soll wieder vernässt werden.

Beverstedter Moor (©A.Englisch)
Beverstedter Moor (©A.Englisch)
Beverstedter Moor (©A.Englisch)
Beverstedter Moor (©A.Englisch)
Schnucken am See (©E.Rachor)
Schnucken am See (©E.Rachor)
Moosbeere (©K.Fäcke)
Moosbeere (©K.Fäcke)

Moorgrundstück

Hochmoore entstanden im Laufe von Jahrtausenden. Die Vegetation bestand aus (Torf-)Moosen, Heidekräutern, Gräsern und Farnen. Hochmoore wie hier wurden von Bauern genutzt, indem nach Trockenlegung im Sommer Torf abgebaut und getrocknet als Brennmaterial verwendet wurde. Durch Erbteilungen, für Altenteile und für den Torfbedarf von Nachbarn entstanden wie hier oft sehr kleine Grundstücke von nur einem Morgen (2.500 m2). Intensive Landwirtschaft heutiger Zeit ist hier nicht möglich, denn das Beverstedter Moor ist inzwischen sogar Naturschutzgebiet. Der BUND Unterweser versucht, die moortypische Artenvielfalt seiner Flächen zu erhalten. Es ist vorgesehen, das Beverstedter Moor wieder stärker zu vernässen, so dass es als Feuchtgebiet auflebt.

Kreuzotter (©Naturfotografie-Gusky,R.Gusky)
Kreuzotter (©Naturfotografie-Gusky,R.Gusky)
Information am Grundstück (©W.Gusky)
Information am Grundstück (©W.Gusky)
Alte Torfstich-Kante (©M.Gusky)
Alte Torfstich-Kante (©M.Gusky)
Torfmoos (©M.Gusky)
Torfmoos (©M.Gusky)


Sie haben die Familie.

Wir haben die Mitgliedschaft.

Suche